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Knutschkugel aus Darmstadt

Studie Oscar: Jute statt Blech

Im Schnitt sitzen in einem Auto nur 1,3 Personen. Und neun von zehn Fahrten sind kürzer als neun Kilometer. Dafür ist sogar ein Smart zu viel, sagt die Darmstädter Forschungsinitiative Akasol. Deshalb arbeiten die Hessen an einem neuen Fahrzeug, das den heutigen Bedarf besser trifft: Herausgekommen ist dabei das Forschungsfahrzeug Oscar.



Wer bei Oscar an den Griesgram aus der Sesamstraße denkt, der in einer Mülltonne wohnt, liegt falsch. Das Forschungsauto verspricht trotz des Energiespar-Gedankens reichlich Fahrspaß. Mit einem Wendekreis von 7,50 Metern ist Oscar äußert wendig und sogar ziemlich spurtstark. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Entwickler Felix von Borck behauptet sogar, „dass ein Porsche beim Ampelstart gegen Oscar seine liebe Mühe hat“.

Oscar erinnert an Kabinenroller der 50er Jahre und sieht aus wie ein etwas zu heiß gewaschener Smart. Mit nur 2,50 Meter Länge und 1,20 Meter Breite bietet er zwei bis drei Personen Platz. Oscar wiegt lediglich 400 Kilo, wird durch einen Elektromotor angetrieben und kommt auf 100 Kilometern mit sechs Kilowattstunden Strom aus. Das entspricht umgerechnet etwa einem Liter Diesel. Eine Batteriefüllung reicht für 100 bis 300 Kilometer und bietet genügend Saft für den Alltag.



Für die Entwickler von Oscar sind Elektroautos ideal für fast alle Fahrten bis 100 Kilometer: „Sie verbrauchen im Stand keine Energie, können die Bremsenergie zurückspeisen und sind abgasfrei", schreiben sie auf ihrer Internetseite. Kohlendioxid soll Oscar schon bei der Produktion sparen. Statt auf Stahl oder Kunststoff setzen die Tüftler auf eine Hülle aus Naturfasern, die den nur 30 Kilo schweren, aber in Crashtests erprobten Rahmen aus Aluminiumrohren überzieht. Fasern wie Hanf, Jute und Flachs werden mit einem Harz aus Zucker und Stärke überzogen und dann in Form gebracht. Noch ist Oscar ein handgefertigtes Einzelstück. Daraus ein Serienprodukt zu machen, das bei entsprechend großer Stückzahl für weniger als 5.000 Euro verkauft werden könnte, sei möglich. Doch ist das gar nicht die Absicht von Akasol. „Uns geht es darum, die Machbarkeit eines solchen Konzeptes unter Beweis zu stellen“, sagt Oscar-Erfinder von Borck.

Mehr Informationen zu Oscar gibt es hier: http://www.akasol.de


 

   
 
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