Mit Tempo 70 durch die Kugel
Sicherheit geht vor – auch bei Motorrad-Akrobaten
Der „Globe of Speed” (“Globus der Geschwindigkeit”) ist eine der Hauptattraktionen im Programm des Zirkus „Flic Flac“. Bis zu sieben Männer fahren mit 60 bis 70 km/h scheinbar kreuz und quer durch eine Stahlkugel und überholen einander – so schnell, dass die Zuschauer den einzelnen Fahrern kaum mehr folgen können.
Was wie totales Chaos und wilde Raserei aussieht, ist eine perfekte Ordnung – sonst wäre das ganze Spektakel in der Stahlkugel mit nur 5,8 m Durchmesser auch zu gefährlich. Es gibt einen „Leitwolf“, an dem sich alle anderen Fahrer orientieren. Ständiger Blickkontakt ist das A und O. Da es für Zurufe viel zu laut ist, sind klare Zeichen vereinbart. So starten beispielsweise alle Fahrer gleichzeitig auf ein Kopfnicken des „Leitwolfs“ hin vom Kugelboden aus nach oben. „Da fahren wir mit Vollgas an. Das kostet uns Fahrer die größte Überwindung“, sagt Pawel Horbasz vom „Globe of Speed“-Team.
Auch wenn es Probleme gibt, ist klar abgesprochen, was zu tun ist: Wenn beispielsweise eine Maschine defekt ist, ziehen alle anderen Fahrer nach oben und drehen dort ihre Runden, während der Fahrer mit dem Defekt zum Kugelboden fährt.
Die ständige Wartung der Maschinen gehört zu den wesentlichen Sicherheitsvorkehrungen der Motorrad-Akrobaten. Denn Defekte können sehr schnell zu Unfällen führen. Wichtig ist außerdem die körperliche Fitness und dass die Fahrer bei ihrer Show aufeinander eingespielt sind.
Einmal vor zwei Jahren kam es bei einer Vorführung in Hamburg dennoch zu einem Unfall. Ein Fahrer war mit seiner Maschine abgerutscht und hatte einen zweiten Fahrer mit auf den Kugelboden gerissen. Aber außer einer Schulterprellung war nichts passiert. Schließlich tragen alle Fahrer Helm, Schutzweste, Protektoren und Handschuhe. Bereits eine Woche nach dem Unfall stieg der verletzte Fahrer wieder in die Show ein. Doch eine gewisse Angst fährt auch bei den Motorrad-Artisten mit.
Übrigens: Nur einer der zehn Fahrer besitzt einen Führerschein. Allerdings würde auch keines der präparierten Show-Motorräder für den Straßenverkehr zugelassen.
Mehr zum Programm des Zirkus Flic Flac hier: www.flicflac.de
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