Rasende Rasenmäher
Mit dem Minitrecker zum WM-Titel
Mancher stutzt Woche für Woche mit einem Aufsitz-Rasenmäher die Grashalme im heimischen Garten. Es gibt aber auch Menschen wie Frank Full, die sich auf ihren Rasenmähertrecker setzen und mit 50 bis 70 Sachen zwischen Strohballen über Stoppelfelder Rennen fahren. „Verrückt“, sagen die einen. „Lustig und spannend“, meinen die anderen. Mehr als 8.000 Zuschauer lockten die Weltmeisterschaftsläufe der Rasenmähertrecker auf die Elbinsel Krautsand.
Über 50 Piloten, der jüngste gerade 13 Jahre alt, waren nach Krautsand gekommen, um sich mit ihren selbst umgebauten und frisierten Mähern zu messen. Strenge Regeln schreiben vor, was erlaubt und was verboten ist. Sicherheit ist das oberste Gebot. Die Mäher dürfen keine scharfen Kanten oder überstehende Teile aufweisen. Jeder Treckerfahrer ist über einen Notabreißschalter mit seinem Gefährt verbunden. Steigt er unfreiwillig ab, geht der Motor aus. Damit wird verhindert, dass sich ein Trecker plötzlich selbstständig macht und alleine um die Strohballen düst. Es kann schon mal vorkommen, dass ein Fahrer den Halt verliert, denn kleine, unabsichtliche Rempeleien und Auffahrunfälle kann es – wie bei der Formel 1 – immer mal geben. Damit nichts Schlimmes passiert, gilt für die Fahrer absolute Helmpflicht. Außerdem schützen sie sich mit Nierengurten, Handschuhen und Knieschützern. Während die Fans ausgelassen feiern, gilt für die Piloten striktes Alkoholverbot. Auch Frank Full hatte schon den einen oder anderen Abflug von seinem Mäher, aber immer ohne Verletzungen.

Frank Full kennt sich mit Rasenmähertreckern aus. Er arbeitet als Motorist im Betrieb seines Onkels, einem Fachbetrieb für Gartengeräte im fränkischen Herlheim. Onkel Klaus Full ist amtierender Europameister im Rasenmähertreckerfahren und bei der WM natürlich mit dabei. Onkel und Neffe haben viele Hundert Stunden Arbeit in ihre Renntrecker gesteckt. Da wird jede freie Minute geschraubt und getestet.
„Wie bei Schumi“, so erklärt Frank Full, gibt es bei den Rasenmähertreckern erst eine Qualifikationsrunde, die über die Startaufstellung entscheidet. Dann geht es durch Vorläufe. Bis die besten Zwölf dann schließlich im Finallauf gegeneinander antreten.
Auch bei der Weltmeisterschaft war es so. Frank Full und sein Onkel Klaus gehörten zu den zwölf Besten, die im Finale noch einmal zwölf Runden lang die 500 Meter lange Strecke zwischen Deich und Strand meistern mussten – durch Schlammlöcher und über Hügel, immer entlang der Strohballen. Am Ende war Frank Full überlegener Sieger und neuer Weltmeister. Onkel Klaus wurde diesmal fünfter. Aber der Spaß, so betonen beide, stehe ohnehin im Vordergrund. „Im Prinzip ist es ein großer Spaß, aber natürlich will jeder schneller sein als die anderen“, sagt Frank Full.
Am 18. Juli geht es für den Welt- und den Europameister wieder rund. Die beiden haben Heimspiel beim Lauf um die Bayerische Meisterschaft in Herlheim.
Mehr über diese toll-verrückten Wettrennen unter http://www.rasenmaehertrecker.de>
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