Mit Joystick oder Drehknopf – mobil mit Handycap
Auto fahren trotz Behinderung
Kein Ruckeln, keine Hoppeln. Äußerlich merkt man nicht, dass der Fahrer des silbernen Kleinbusses im Elektrorollstuhl sitzt und das große Gefährt per Vier-Punkt-Joystick steuert. Blinker, Scheibenwischer und Hupe bedient Hakan Yenigün mit dem Kinn. Am liebsten fährt er zum Strand, erzählt der junge Mann aus der Nähe von Lübeck, während sich die Heckklappe öffnet und ein Lift für den Rollstuhl in Position fährt. „Es ist wie ein zweites Leben“, sagt Hakan. „Ich war sonst immer eine Last für andere, jetzt bin ich unabhängig.“ Seit einem Unfall ist er ab einem Halswirbel gelähmt. Im Berufsförderungswerk Bad Wildbad hat er gelernt, mit den ihm noch zur Verfügung stehenden körperlichen Funktionen ein Fahrzeug zu steuern. Durch moderne Technik können viele Behinderte mobil werden, weiß Herbert Bühler, Leiter der Fahrschule im Berufsförderungswerk. Zum Autofahren brauche man den Kopf und eine Hand „oder etwas ähnliches wie eine Hand“, sagt er, dann kannein Auto angepasst werden. Auch Melanie Herrmann wird Auto fahren. Sie sitzt seit einem Reitunfall vor sechs Jahren im Rollstuhl. Damals war sie 17. Herbert Bühler erklärt ihr, wie sie mit einem Hebel Gas und Bremse bedient: Ziehen heißt Gas geben, drücken heißt bremsen. „Ich freu mich riesig drauf, mit dem Auto allein rumfahren zu können“, sagt Melanie. Informationen zum Thema gibt es im Internet, zum Beispiel unter http://www.tuevnord.de/7073.asp . Eine Liste von Fahrschulen, die Behinderte ausbilden, bietet die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, bvmuc@t-online.de bvmuc@t-online.de. Siehe auch http://www.next-line.de
|
|
|
|