„Tricks gehören nicht auf die Straße“
Chris Pfeiffer: Motorradakrobatik im 1. Gang
Er hat den Schlüssel zum Verkehrsicherheitsplatz. So kann er jederzeit kommen, um zu trainieren. Chris Pfeiffer fährt mit seinem Motorrad auf den Platz, dreht einige Runden, um sich warm zu fahren. Dann legt er los: Er kippt das Bike aufs Hinterrad – problemlos. Ein normaler Wheelie ist für ihn längst keine Herausforderung mehr. Dann streckt er die Arme zur Seite und fährt freihändig Wheelie. Aber nicht nur Wheelie, sondern er versucht, Wheelie-Kreise zu fahren. Dabei ist er kaum schneller als 20 km/h.

Chris Pfeiffer ist 36 Jahre alt, Vater von zwei Mädchen und gilt als der beste Motorradakrobat der Welt. Er möchte der erste Fahrer sein, der freihändige Wheeliekreise sitzend beherrscht – „sitdown wheelie circles no hands“, wie es in der Fachsprache der Moorradakrobaten heißt. In seinen Shows präsentiert Pfeiffer ein Feuerwerk akrobatischer Aktionen auf dem Motorrad: Stoppyturns (Drehung auf dem Vorderrad), Donuts (Kreise mit durchdrehendem Hinterrad), Wheelie-Kreise. Mal fährt er freihändig, mal stehend.
Wie schnell sein Motorrad fährt, weiß der amtierende Europameister im Stuntriding und Weltmeister von 2003 gar nicht genau. „Mein Sport spielt sich im 1. Gang ab“, erklärt er. Langsame Kreise sicher zu fahren, das ist die Schwierigkeit. Da zeigt sich der Könner. Wenn eine seiner Übungen nicht klappt, „passiert in der Regel gar nichts. Entweder ich kann das Motorrad auffangen oder ich lasse die Maschine los und lande auf den Füßen.“ Im letzten Jahr sei er vielleicht drei- bis fünfmal gestürzt, „aber dann bei maximal 20 km/h“.

Chris Pfeiffer trainiert nur eine Stunde lang, maximal zwei. Dann macht er eine Pause. „Motorradsport ist mental sehr viel anstrengender als man denkt“, betont er. Wenn er länger am Stück trainieren würde, wäre das gefährlich. Die Gefahr eines Sturzes würde steigen. Aber er weiß: „Wenn die Kraft nachlässt, ist es schon zu spät.“
Für Motorradfahrer, aber auch für jeden anderen Verkehrsteilnehmer ist es aus seiner Sicht ungeheuer wichtig, sein Fahrzeug optimal kennen zu lernen. „Jeder Fahranfänger sollte auf abgesperrte Plätze gehen, um mit seinem Fahrzeug Vertrautheit aufzubauen, weil man das auf der Straße gar nicht gefahrlos machen kann“, rät er. Die ideale Schule war für ihn das Trial-Fahren. Mit fünf saß er zum ersten Mal am Lenker eines Motorrades, mit zehn bekam er das erste Trial-Motorrad. Mit zwölf Jahren begann er wettkampfmäßig mit dem Geschicklichkeitssport Trial.

Dass seine Tricks nicht geeignet sind, um sich damit auf der Straße vor der Disco zu brüsten, will der Stuntrider vor allem den jungen Fahrern sagen. „ Tricks gehören nicht auf die Straße. Es gibt natürlich Idioten, die Wheelies im Straßenverkehr machen wollen. Da bin ich absolut dagegen.“ Wer so etwas probieren will, sollte auf abgesperrte Plätze gehen, rät er. Auf seiner Homepage gibt der Profi dazu auch die passenden Tipps.

Mehr über Chris Pfeiffer unter www.chrispfeiffer.com.


|
|
|
|